Kitesurfen im Winter: Deine Überlebenschancen in kaltem Wasser

Kaltes Wasser ist gefährlich, man sollte sich als Kitesurfer nur dann im Winter auf das Wasser wagen, wenn man alle Sicherheitsvorkehrungen beachtet und sich richtig kleidet.
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Kitesurfen in kaltem Wasser geht natürlich, du musst dir dabei aber bewusst sein, dass kaltes Wasser sehr gefährlich ist. Gefährlich heißt, dass du mit der Zeit auskühlst, einen Kälteschock erleidest oder Schwimmversagen eintritt. Dann kannst du dich selbst nicht mehr retten. Der Kraftverlust deiner Muskulatur nimmt pro Grad Temperaturabfall um 3% ab, d.h. bei 20°C warmen Wasser, hast du schon ca. 50% weniger Kraft!!!

Überlebenszeiten im kalten Wasser

Für einen durchschnittlich gebauten, nackigen Mann gelten folgende maximale Überlebenszeiten im Wasser:

0°C 12 Minuten
2.5°C 26 Minuten
5°C 55 Minuten
10°C 160 Minuten
20°C 16 Stunden

Achtung, das ist die Überlebenszeit, danach ist Schicht im Schacht! Handlungsunfähigkeit kann schon nach einer viel kürzeren Zeit eintreten.

Kite aufbauen in kaltem Wasser

Sicherheitsmaßnahmen für das Kitesurfen in kaltem Wasser

Wie so oft, ist die Vorbereitung sehr wichtig für deine Sicherheit. Informiere dich vorher über die Wassertemperatur, z.B. beim BSH. Aber auch all die anderen Sicherheitsvorkehrungen die du vor jeder Kite-Session treffen solltest sind wichtig, je kälter es ist, desto wichtiger sind diese Vorkehrungen.
Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehört bspw.

  • Die Auswahl des richtigen Kitespots und das Wissen über die Gegebenheiten dort
  • Informationen über Wind und Wetter
  • Informationen über Strömungen und Gezeiten

Weitere Informationen über die Vorbereitungen findest du in unserem Artikel über die aktiven Sicherheitsvorkehrungen beim Kitesurfen. Die folgenden Regeln gelten ganz besonders beim Kiten im kalten Wasser:

  1. Gehe nicht aufs Wasser, wenn du nicht 100% fit und gesund bist
  2. Schätze dein Können realistisch ein
  3. Plane deine Rettung und übe
  4. Gehe nicht allein kiten
  5. Trage die richtige Ausrüstung/Bekleidung

All diese Punkte sind wichtig, auf den letzten möchte ich aber nochmal eingehen. Kitesurfer mit Rockenanzug

Trockenanzug oder Neo beim Kiten in kaltem Wasser?

Ohne entsprechende Schutzkleidung gilt die Faustregel: Wassertemperatur in Grad Celcius = Minuten zum aktiven Überleben.

Nun gehen wir im Winter nicht nur mit Lycra und Boardshorts kiten sondern versuchen uns der Wassertemperatur entsprechend zu kleiden. D.h. wir tragen einen dicken Neo oder einen Trockenanzug.

Beide Anzüge haben ihre Vor- und Nachteile. Der große Vorteil des Trockenanzug ist, dass du eine längere Lebenserwartung hast, wenn du im kalten Wasser liegst. Allerdings hilft dir der Trockenanzug nur so lange wie er auch dicht ist, und hier kommt der Vorteil des Neoprenanzugs ins Spiel: Ein Neo ist nicht so anfällig für Beschädigungen wie ein Trocki.

Zur Veranschaulichung habe ich hier ein Tabelle mit der durchschnittlichen Lebenserwartung der beiden Anzugtypen in kaltem Wasser. Aber auch hier gilt, dass ist die Lebenserwartung, handlungsfähig bist du viel kürzer:

Wassertemperatur Trockenanzug Neoprenanzug
+15°Celsius über 6 h 4 h
+10° Celsius 6 h 2 h
+5° Celsius 3 h 1 h
-1° Celsius 2 h ½ h

 

Fazit: Kitesurfen in kaltem Wasser

Du kannst in kaltem Wasser selbstverständlich kiten gehen, aber sei dir bitte der Risiken bewusst. Wenn im Sommer etwas passiert, dann geht es evtl. darum, dass du ein paar Wochen pausieren musst, passiert im Winter etwas, dann geht es um Leben und Tod.

Übrigens,
auch das Frühjahr ist gefährlich, hier locken hohe Lufttemperaturen dazu sich falsch zu kleiden, wichtig ist aber, dass du die Kleidung entsprechend der Wassertemperatur wählst!

Ach, und die Kopfhaube natürlich nie vergessen, aber das ist hoffentlich klar.

Zum Abschluss noch ein Video das schön zeigt, dass man auch trotz Eisschollen im Wasser Spaß haben kann!

 

Man sieht sich im kalten Wasser! 🙂

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