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Wind und Wetter beim Kitesurfen

Um Kitesurfen gehen zu können benötigt man Wind. Ein paar Grundkenntnisse über das Wetter und die aktuelle Wetterlage schaden nicht um Windvorhersagen besser zu interpretieren und um sicher Kiten zu gehen.
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Dummerweise braucht man zum Kitesurfen nicht nur die entsprechende Ausrüstung und das Können. Nein, essenziell ist passender Wind und auch Wasser.
Die Kombination von all dem ist oft gar nicht so leicht zu finden. An den deutschen Küsten kommen passenden Bedingungen glücklicherweise gar nicht so selten vor… klar gibt es bessere Kitereviere, z.B. den Norden Brasiliens hier herrschen in unserem Herbst täglich konstante Windbedingungen die optimal zum Kitesurfen sind, oder Westaustralien in unserem Winter oder die Kanarischen Inseln im Sommer, oder oder oder….
Aber jetzt zurück zum wesentlichen: Welcher Wind ist zum Kitesurfen geeignet?

Windstärke und Windrichtung beim Kitesurfen

Wie bei allem hängt das von deiner Könnerstufe ab.
Am besten ist ein konstanter Wind, welcher side-shore (der Wind bläst parallel zum Ufer) oder side-on-shore (schräg auflandiger Wind) kommt.

Die Windstärke in der Kitesurfen möglich ist hat sich in den letzten Jahren durch stetige Weiterentwicklung des Materials immer weiter ausgedehnt. Heutzutage hat fast jeder Kitehersteller einen Leichtwindkite im Angebot der das Gleiterlebnis schon unter 10 Knoten verspricht. Mit dem passenden Board und dem passenden Fahrkönnen ist dies auch tatsächlich möglich.
Nach oben hin wird es natürlich immer gefährlicher und ist irgendwann nur noch den Profis vorbehalten oder man sollte es ganz lassen.
Mit entsprechendem Material und genügen Erfahrung sind Windstärken von über 40 Knoten durchaus mit einem Kite machbar.
Meine persönliche Komfortzone liegt zwischen ca. 12 und 27 Knoten.
Weniger Wind kann durchaus Spaß machen, allerdings muss man dann größere Kites und größere Boards fahren, welche eben nicht ganz so viel Fun bieten…
Wenn es richtig ballert geht es natürlich auch, allerdings ist stärker Wind oft böig, was anstrengend ist. Und kleinere Kites sind sehr schnell, was mir persönlich nicht so gefällt.
Geschmäcker sind aber bekanntlich verschieden, welche Windstärke dir am besten gefällt wirst du bestimmt selbst herausfinden.
Anfänger sind zwischen ca. 12 und 22 Knoten ganz gut aufgehoben.

Die Windrichtung ist beim Kitesurfen fast noch wichtiger als die Windstärke. Wie schon erwähnt sind side-shore oder side-on-shore die besten Windrichtungen beim Kitesurfen.
Das hat mehrere Vorteile:

  • Du kannst so starten, dass du im Fall dass etwas schief geht nicht direkt auf das Land gezogen wirst.
  • Da Kitesurfer im Schitt ca. im rechten Winkel zur Windrichtung fahren, fahren bei side- oder side-on-shore Wind die Kiter immer Weg von Ufer und dann wieder zurück zum Ufer. Dadurch verteilt sich alles besser auf dem Wasser.
  • Wenn dir weiter draußen etwas passiert, dann treibst du nicht weiter raus, sondern parallel zum Ufer, oder bei schräg auflandigen Wind sogar langsam Richtung Ufer.
    Achtung, es gibt Spots, dort gibt es starke Strömungen, die dich in eine andere Richtung ziehen können als der Wind weht.
  • Wenn dir in der Nähe des Ufers etwas passiert, wirst du nicht sofort ans Land gezogen, das kann unter Umständen ordentlich weh tun.

Bei auflandigem Wind kann natürlich auch gekitet werden, allerdings fahren dann alle parallel zum Ufer und je nachdem wie voll es im Wasser ist, wird es selbst für Experten schwer da dann durch zu kommen.
Auflandiger Wind hat zudem den Nachteil, das Stürze in ufernähe sehr gefährlich werden können, weil die Gefahr besteht, dass du auf das Land gezogen wirst.
Bei Stürzen weiter draußen hat man dagegen den Vorteil, dass man Richtung Land treibt.
Bei auflandigem Wind ist es auf jeden Fall ratsam den Uferbereich möglichst schnell zu verlassen und immer genügend Abstand zum Ufer zu halten.
Das hat oft den Vorteil, dass man sogar an sehr vollen Spots viel Platz hat, man muss sich nur die Zeit nehmen genügend Höhe heraus zu fahren.

Generell wird davon abgeraten bei ablandigem Wind aufs Wasser zu gehen.
Ablandiger Wind hat den Nachteil, dass er direkt über das Land kommt, Hindernisse überwinden muss und dadurch oft sehr böig ist.
Zudem besteht bei ablandigem Wind die Gefahr abzutreiben und das passiert schneller als man denkt. Dazu muss man nicht einmal stürzen, oft reicht es schon, dass der Wind nachlässt und man deshalb nicht mehr ans Ufer zurück kommt. Schwimmen müsste man in diesem Fall gegen die Windrichtung, was vor allem mit Kitematerial sehr schwer bis fast unmöglich ist.
Bei ablandigem Wind kann man kiten gehen wenn…

  • … man kein Anfänger mehr ist!
  • … man sehr sicher Höhe fahren kann
  • … der Wind über Land möglichst keine größeren Hindernisse überwinden muss
  • … man ein sehr großes Stehrevier hat und genügend Abstand zum tiefen Wasser lässt
  • … man kein Stehrevier hat, dafür aber ein Rettungsboot zur Verfügung steht
  • … man zum Ufer in Lee schwimmen kann, das ist auf manchen Binnenseen der Fall.

Wind und Wetter beim Kitesurfen

Passendes Wetter zum Kitesurfen

Selbstverständlich macht Kitesurfen bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen am meisten Spaß, allerdings gibt es das leider nicht immer.

Von den Temperaturen her kann man mit entsprechender Ausrüstung und entsprechendem Können sogar bei Temperaturen die leicht unter dem Gefrierpunkt liegen kiten gehen. Bei solchen extremen Situationen muss man aber genau wissen was man macht und sich der Gefahr bewusst sein.
Anfänger sollten bei Wassertemperaturen unterhalb von 10°C vorsichtig werden. 15°C und mehr sind für jede Könnerstufe ausreichend.
Die Ausrüstung muss auf jeden Fall den Temperaturen sowohl im Wasser als auch in der Luft angepasst werden.
Wenn es sehr kalt ist, ist ein dicker Neoprenanzug oder sogar ein Trockenanzug pflicht. Außerdem muss der Kopf vor Auskühlung geschützt werden, also eine Neoprenhaube oder eine Neoprenmütze tragen. Ggf. kann es auch ratsam sein Schuhe und Handschuhe zu tragen.
Die Bedingungen und dein Kälteempfinden kennst du selber am besten. Überschätze dich aber nicht, fahre bei kaltem Wetter nicht zu weit raus und mache genug Pausen.
Ist es sehr heiß musst du auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Man verbrennt sich auf dem Wasser viel schneller als man denkt!
Du musst genügend trinken und auch genug Pausen machen.

Ideal ist, wenn du dich nicht nur über die Windvorhersage informierst, sondern auch über die aktuelle Wetterlage.

In einem Tiefdruckgebiet geht eine langsamere Warmluft einer schnelleren Kaltluft voraus. Bis die Kaltluft die Warmluft eingeholt hat können oft Tage vergehen. In diesen Tagen wird die Rotation um den Tiefdruckkern schneller und die Windgeschwindgkeit nimmt zu.
In und vor Warmfronten ist der Wind oft sehr böig, oft lassen Schauerböen die Windgeschwindigkeit in kürzester Zeit stark ansteigen und wieder abfallen. Warmfronten kündigen sich durch schichtartige Regenwolken an, die vorherrschende Windrichtung für Warmfronten ist bei uns Südwest.
Im Warmsektor beruhigt sich dann das Wetter so lange, bis die Kaltfront heranzieht, der Wind wird konstanter und die Böen lassen nach.

Bei einer Kaltfront schiebt sich die kalte Luft unter die Warme Luft und zwingt diese damit zum aufsteigen. Man kann das gut an vertikalen, dunklen Wolkengebilden erkennen. In diesem Fall kann es heftig Regnen und der Wind wird unbeständig und böig.
Die vorherrschende Windrichtung für Kaltfronten ist bei uns West bis Nordwest.

Am besten lässt man die Front durchziehen, danach nimmt der Wind zwar ab, wird aber auch konstanter. Zudem verschwinden die Wolken und es zeigt sich die Sonne wieder.

Sonne hat man auch in Hochdruck-Wetterlagen genug. Diese Wetterlage tritt bei uns fast nur im Frühling und Sommer auf, meist zwischen Mai und Juni.
In einem Hochdruckgebiet gibt es keine Fronten, es entstehen konstante, thermische Winde meist aus Ost. Also ideal zum kiten!

Jedem sollte klar sein: Bei Gewitter niemals kiten! Bist du auf dem Wasser und ein Gewitter kündigt sich an, runter vom Wasser, ohne wenn und aber.

Wer tiefer in die Materie einstiegen will kann sich diesen Film hier anschauen. Eigentlich ist er für Gleitschirm- und Drachenflieger gemacht, aber ein Bisschen sind diese Sportarten ja auch mit dem Kitesurfen verwandet. Passt also schon. Aber Achtung lang!

 

Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4

Wind und Wetter beim Kitesurfen: Das wichtigste auf einen Blick

  • beste Windstärke für Anfang ca. 12-22 Knoten (4-5 bft)
  • beste Windrichtungen sind side-shore und side-onshore
  • ablandigen Wind meiden
  • die Ausrüstung dem Wetter anpassen
  • Pausen machen bei extremem Wetterbedinungen
  • Fronten durchziehen lassen, danach ist der Wind konstanter
  • Hochdruck-Wetterlagen bieten konstanten, thermischen Wind
  • Niemals bei Gewitter kiten gehen
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