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Wie du beim Kitesurfen richtig hoch springst

Springen zählt sicherlich zu dem aufregendsten Manövern beim Kitesurfen. Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung, um beim Kitesurfen höher zu springen.

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Ohne Energie geht nix

Zum Springen brauchst du Energie, beim Kitesurfen hast du 2 Stellen an denen du diese Energie aufbauen kannst.

  1. mit dem Board, hier gilt die Regel:
    Je schneller du bist, desto höher springst du.
  2. mit dem Kite, hier gilt die Regel:
    Je besser dein Timing, desto höher springst du.

Schritt für Schritt zum Hohen Sprung beim Kitesurfen

Geschwindigkeit ist ein Schlüsselelement

Geschwindigkeit ist ein Schlüsselelement

    1. Du brauchst Geschwindigkeit, fahre schnell. Je nach den aktuellen Windverhältnissen, kann es gut sein, dass du dazu etwas abfallen musst (Downind fahren).
    2. Halte den Kite auf ca. 10 Uhr. (hier findest du mehr zu den Uhrzeiten beim Kitesurfen)
    3. Stelle den Adjuster so ein, dass du die Bar in dieser Situation weit oben fahren kannst.

      Die nächsten beiden Schritte werden gleichzeitig ausgeführt, hier kommt es auf das richtig Timing an.

 

  1. Ziehe mit der hinteren Hand aggressiv an der Bar um den Kite nach oben zu lenken.
  2. Kannte so stark an wie du nur kannst, so, als ob du unendlich Höhe knüppeln willst. Man sagt dazu auch, dass du hier die Kante auflädst oder die Leinen.
  3. Absprung! Ziehe an der Bar und springe aktiv ab.
    Wenn der Kite auf 12 Uhr ist musst du abspringen, an dieser Stelle hat der Kite die meiste Energie für den Lift nach oben. (C-Kites können durchaus auch etwas weiter nach hinten geflogen werden.) Je aggressiver du deinen Kite zurück lenkst, desto höher springst du.
    Hier muss das Timing stimmen.
    Der Schritt des Absprungs, oder des Pops, des Releases… ach nenne es wie du willst, auf jeden Fall ist es schwer diesen Schritt zu beschreiben.
    Das Ganze läuft im Bruchteil einer Sekunde ab, du lässt die Kannte los, ziehst an der Bar und springst ab. Probiere es einfach aus.
    Wichtig: Springe dem Kite nicht hinterher, also springe nicht downwind. Das kostet Höhe (im Sinne von Lift) und du verschenkst damit die Energie, die du mit der Kante aufgeladen hast. Springe eher „weg“ vom Kite und drehe deine Hüfte dann in die Richtung, in die du angekantet hast.
  4. Sobald du in der Luft bist, musst du den Kite mit der vorderen Hand wieder nach vorne lenken.
    Lasse den Kite auf keinen Fall weiter als auf ca. 1 Uhr hinter dich fliegen, sondern lenken ihn wieder nach vorne. Das bringt dir zum einen nochmal etwas Lift, zum anderen wird die Landung dadurch weicher und du hast genug Geschwindigkeit um weiter zu fahren. Bist du richtig hoch, kannst du den Kite über dir hin und her lenken um so lange zu Segeln, bis du in die Nähe des Wassers kommst. Geht es in Richtung Landung, dann ziehst du immer mehr mit der vorderen Hand um den Kite weiter nach vorne zu lenken.

All das zusammen und im richtigen Timing auszuführen ist der Schlüssel zu hohen Sprüngen beim Kitesurfen.
Du kannst ankanten wie eine Maschine und den Kite so schnell zurückreißen wie du willst, stimmt dein Timing nicht, dann wird es auch nichts mit dem hohen Sprung.

Trick 17: Welle als Kicker

Wenn du alle oben beschriebenen Schritte genau timest und richtig ausführst, dann solltest du richtig hoch springen.
Willst du noch mehr, dann nutze eine Welle als Kicker! Hier gilt das Timing dann nicht nur den normalen Schritten für einen hohen Sprung, sondern auch der Welle.
Erwischt du die Welle aber an der richtigen Stelle, dann kannst du dich auf ein paar Meter Bonus einstellen.

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Wenn alles passt, dann geht’s hoch hinaus!

Klassische Fehler beim Springen

Falsches Timing

Kitesurfen hat viel mit Timing zu tun, stimmt das Timing nicht, dann springst du auch nicht richtig.
Lenkst du den Kite nach hinten und kantest nicht rechtzeitig an, dann zieht dich der Kite zwar in die Luft, aber du springst nicht hoch.
Kantest du zu früh an, dann bremst du das ganze Manöver aus.

Die Kante zu wenig aufgeladen

Um wirklich hoch zu springen ist es absolut wichtig, dass du extrem hart ankantest. Nur so schaffst du es, dass dich die ganze Energie in die Höhe zieht, statt einfach nur weit nach vorne.
Außerdem ist es wichtig, dass du die Kante bis zur absolut letzten Sekunden hälst, so hast du die maximale Energie für deinen Sprung.

Kante verloren

Es kann gut sein, dass du einfach zu viel willst und du die Kante vor dem eigentlichen Absprung verlierst.
Stelle also sicher, dass du bei der Anfahrt zu deinem Sprung die Kante sicher halten kannst und das noch etwas Luft nach oben ist um die Kante für den Sprung richtig aufzuladen.

Kite zu langsam gesteuert

Wenn du den Kite vor dem Absprung nach hinten fliegst, dann musst du das schnell und aggressiv machen. Bist du zu langsam, dann bremst du durch das harte Ankanten alles aus, oder du verlierst die Kante… Timing! 🙂

Den Kite zu weit nach hinten geflogen

Fliege den Kite nicht zu weit nach hinten, es reißt dich dann zwar hart aus dem Wasser, aber Höhe gewinnst du so nicht.
Je nach Kite gibt es hier verschiedene Toleranzen wie weit „zu weit“ ist. Ein C-Kite kann weiter nach hinten geflogen werden als bspw. ein Bow. Generell gilt aber: Nicht weiter als 1 Uhr, sonst verlierst du Höhe oder fällst direkt wie ein Stein vom Himmel.

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Springst du hoch, hast du Zeit für spektakuläre Tricks

Weitere Tipps für hohe Sprünge

  • Stelle sicher, dass keine anderen Kiter oder Hindernisse im Weg sind. Willst du hoch springen, dann brauchst du viel Platz!
  • Schau dir die beschriebenen Schritte bei erfahrenen Kitesurfen an und ab.
  • Ziehe die Knie an, wenn du in der Luft bist, das sieht cooler und höher aus. Außerdem drehst du dich damit nicht so leicht.
  • Drehe dein Board bei der Landung in Fahrtrichtung, das wird höchstwahrscheinlich downwind sein 🙂
  • Geht was schief, oder du rutscht aus einer Fußschlaufe, dann schmeiße das ganze Board weg. Versuche auf keinen Fall mit nur einem Fuß im Footpad zu landen.
  • Halte die vordere Hand in der Mitte der Bar und lasse die hintere Hand nach dem Absprung los. Damit lenkst du den Kite sanft nach vorne.

Das perfekte Material für hohe Sprünge

Der Kite

Für hohe Sprünge brauchst du einen schnellen und präzise steuerbaren Kite. Klassische C-Kites waren lange Zeit die besten Kites für den besten Lift. Kites mit einem hohen Aspect Ratio, die weit an den Windfensterrand fliegen sind super, egal ob C oder eine andere Bauform.

Willst du möglichst viel Hangtime, dann brauchst du einen Kite mit viel Fläche in der Mitte.

Das Board

Dein Board braucht Biss! Du brauchst ein Board, mit dem du möglichst lange die Kanten halten kannst und, da Geschwindigkeit einer der wichtigsten Faktoren ist, muss das Board auch bei hohen Geschwindigkeiten gut zu fahren sein.

Das Trapez

Auch wenn es uncool klingt, ein Sitztrapez ist für hohe Sprünge beim Kitesurfen die erste Wahl. Durch die niedrigere Position des Hakens verschiebt sich dein Schwerpunkt, was dir mehr Kontrolle gibt.

Die perfekten Bedingungen für hohe Sprünge

Der Wind

Ganz klar, je mehr, desto besser. Du kannst auch bei Leichtwind springen, aber ultimativ hoch geht es erst, wenn es richtig ballert!
Bläst ein ordentlicher Wind, dann kannst du zudem einen kleineren, schnelleren Kite fliegen, was es einfacher macht hoch zu springen.

Übrigens: Bei viel Wind ist es leichter einen kleineren Kite zu fliegen, den du ordentlich anpowerst, statt einen großen Kite, den du unendlich depowern musst.

Die Wellen

Willst du Wellen als Kicker nutzten, dann ist es wichtig, dass die Richtung stimmt. Die Wellen sollten grob im rechten Winkel zum Wind laufen, so kannst du sie beim Ankanten optimal als Kicker nutzen.
Perfekt ist es, wenn du zwischen den einzelnen Kickern flaches Wasser hast, um richtig Geschwindigkeit aufzunehmen.

Die Strömung

Gibt es eine Strömung, dann ist es hilfreich, wenn die Strömung entgegengesetzt der Windrichtung verläuft, das hilft dir beim Ankanten.

Inspirierende Kitesurfvideos von hohen Sprüngen

Du hast noch nicht genug und willst ein paar hohe Sprünge beim Kitesurfen sehen? Hier habe ich 3 inspirierende Videos.

Das 1. Video welches mir zum Thema hoch springen beim Kitesurfen einfällt ist immer Eddy Lansink mit seinem Flysurfer Psycho.

Geht es um hohe, krasse Sprünge, dann darf Ruben Lenten (Len10) natürlich nicht fehlen. Eines seiner legendären Videos ist Stormsjees 3

Mit dem Red Bull King of the Air gibt es zudem ein Event bei dem sich die besten Big Air Kitesurfer der Welt messen.
Hier ein Best of Video des King of the Air 2014 in Kapstadt.

Lehrvideos: Springen beim Kitesurfen

Selbstverständlich gibt es auch ein paar gute Lehrvideos zum Thema Springen beim Kitesurfen.
Hier habe ich 3 ganz gute Videos für dich zusammengestellt. Allerdings sind alle 3 auf englisch.

Und du? Wie machst du das, wenn du hoch springen willst? Hast du weitere Tipps?
Ich freue mich über Kommentare.

Hang loose und übertreibe es nicht,
Marc

Ein Kommentar zu “Wie du beim Kitesurfen richtig hoch springst

  1. Chris

    danke für diesen Beitrag, das beste was ich bis jetzt dazu gelesen haben und alle guten Videos sind auch dabei… perfekt

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