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Tubekite vs. Softkite – warum Matten verboten werden sollen

Die Polish Kiteboarding Association (PKA) will, dass Matten beim Kite-Race verboten werden.
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Damit jeder weiß um was es geht, kommt hier eine ultrakurze Beschreibung der beiden Kitesysteme, wie sie beim Kitesurfen verwendet werden.

Tubkite
Wie der Name schon sagt, besteht der Tubekite aus einem Schlauchsystem, welches dem Kite seine Form und eine große Stabilität gibt und ihn zudem auf dem Wasser schwimmen lässt. Der Tubekite besteht normalerweise aus mehreren luftgefüllten Tubes, der Fronttube und weiteren kleinen Quertubes, die von der Fronttube abzweigen

Eine detailliertere Beschreibung von Tubekites erhälst du in unserem Lexikoneintrag: Tubekite.

Matte
Matten nennt man auch Softkite, Ram-Air-Kite oder Foilkite.
Softkites, sind Kites ohne luftgefüllte Tubes, die Ähnlichkeiten mit einem Gleitschirm aufweisen.  Die eingenähten Luftkammern im Profil füllen sich bei Wind mit Luft. Seine Form erhält der Schirm durch Staudruck in den einzelnen Luftkammern.

Auch hierzu findest du einen Lexikoneintrag: Softkite

Warum wollen die Polen, dass beim Race keine Matten mehr mitfahren?

Primär schiebt man bei der PKA die Sicherheit vor, dort wird behauptet, dass man Softkites nicht sieht, nach dem sie auf das Wasser gestürzt sind. Dadurch stellen Matten zum einen eine Gefahr für andere Kitesurfer dar, außerdem sind Kiter die mit einer abgetriebenen Matte gesucht werden, schwerer zu finden.

Als weiteren Grund werden die Preise für Matten angeführt. Diese liegen über denen von Tubekites, so dass weniger Fahrern die Möglichkeit geboten wird um die vorderen Plätze bei Rennen mitzufahren.

Von den Gründen kann man halten was man will. Die Sache mit dem Preis stimmt vielleicht, die Sache mit der Sicherheit… nun ja.

Ozone Chrono

Der wahre Grund warum Matten verboten werden sollen

Hat man sich vor ein paar Jahren Kite-Rennen angeschaut, so sind vorne immer Flysurfer Speed gewesen. Nach und nach wurde Kitesurfen aber immer populärer und die Hersteller haben Gehirnschmalz und Geld in die Entwicklung besserer Race-Kites und Boards gesteckt. So kam es dann, das in den letzten Jahren eigentlich jeder große Hersteller einen speziellen Race-Kite im Programm hatte. Tubekites, keine Matten!
Diese Race-Tubes sind sau gut, gehen für Tubes extrem früh los, sind schnell und haben Bums. Die Dinger sind sogar so gut, dass sie einem Flysurfer Speed im Race des Fürchten lehrten.

Aber das war eben nicht das Ende der Fahnenstange. Die St. Petersburger Kiteschmiede Elf hat mit dem Joker einen Kite entwickelt, der die Race-Tubes abstinken lässt. Und auch Ozone, eine ganz große Nummer im Kite- und Gleitschrimgeschäft, hat mit dem Chrono einen Softkite entwickelt, den man beim Race nur noch von hinten sieht. (Außer man hat selbst einen Chrono oder einen Joker).
Dementsprechend war die Saison 2014 eine Demütigung für die Hersteller von Race-Tubes. Es ging sogar so weit, dass bspw. die Teamrider von North mit umgelabelten Elf Joker fahren mussten um konkurrenzfähig zu sein. Auch die Weltmeisterin Steph Bridge!

Zwei Marken dominieren also das Renngeschehen mit speziellen Soft-Kites. Ist das nun richtig oder nicht? Ich würde aus dem Bauch heraus sagen „Warum nicht?“. Auf der anderen Seite wird es aber für alle anderen Hersteller extrem schwer diesen Rückstand aufzuholen. Außer Flysurfer hat eigentlich niemand das Know How konkurrenzfähige Softkites zu bauen.

Gehe ich aber in mich und denke über die Problematik etwas intensiver nach, so bin ich mir nicht mehr so ganz sicher ob Softkites und Tubekites miteinander um die Wette fahren sollten. Ok, vor ein paar Jahren dachte man auch, dass ein Tube niemals an einen Flysurfer Speed ran kommt, also warum soll ein Tube nicht auch an einen Ozone Chrono rankommen!?

Vielleicht ist der Grundgedanken, dass Tubes gegen Matten antreten sollen einfach falsch. Schließlich fahren auch keine Hydorfoils gegen Raceboards. Meiner Meinung nach sollte es 2 Wertungen geben. Eine für Tubekites und eine für Softkites. Das könnte man sogar im gleichen Rennen machen, schließlich fahren bei den 24h von Le Mans ja auch verschiedene Kategorien von Sportwagen auf der gleichen Strecke.

Eine Verbot von Matten wäre für mich ein Schlag gegen die Innovation und was wir in den letzten Jahren bei der Entwicklung neuer Kites gesehen haben, war einfach unglaublich viel Innovation. Was heute geht, wäre vor wenigen Jahren nicht denkbar gewesen. Und was in ein paar Jahren geht wissen wir nicht. Wir werden es aber nur erfahren, wenn man die Innovationen unterstützt und sie nicht durch Verbote bestraft.

Wie das ganze 2015 aussehen wird ist noch nicht klar, die International Kiteboarding Association (IKA) hält morgen (4. November) ein Meeting ab, da soll über das Thema diskutiert werden. Ich für meinen Teil hoffe, dass wir auch in der nächsten Saision wieder Matten im Renngeschehen sehen.

*** UPDATE ****

Das Meeting der IKA ist durch und – ich kann es kaum glauben – es wird in Zukunft so gemacht, wie ich es hier beschrieben hatte. Matten dürfen weiterhin mitfahren, aber es wird eine getrennte Wertung geben. (Quelle: gka-onlne.de)

Bilder: Torrin Bright torrin@flyozone.com flyozone.com

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